Wespenbussard
Pernis apivorus
Familie:
Habichtartige
sporadischer Zugvogel
Merkmale
Etwas langflügeliger als der Mäusebussard, Männchen oft mit grauem Kopf, Brustgefieder grob braun getropft. Viele Farbvarianten, und darum vom gleichgroßen und sehr ähnlich aussehenden Bussard oft nicht leicht zu unterscheiden. Im Flug fällt der taubenartig vorgestreckte Kopf auf, beim Kreisen werden die Flügel oft unter die Waagerechte durchgedrückt. Der Ruf klingt bussardähnlich.

Lebensraum
Hochwaldgebiete mit sonnigen Lichtungen, meist Laub-, seltener auch Nadelwälder.

Fortpflanzung
Zur Balzzeit im Mai zeigt das Männchen über dem Horstwald prächtige Balzflüge, bei denen es sich aus großer Höhe mit fast über dem Rücken zusammengelegten Flügelen zu seinem Weibchen fallen lässt. Der Horst wird gern auf vorjährige Krähennester aufgesetzt und liegt meist sehr hoch. Wenn die Bussarde selber bauen, wählen sie als Standort oft eine Gabelung in einem Seitenast. Der Horst wird über mehrere Jahre hin benutzt und schon vor der Eiablage regelmäßig mit frischgrünen Zweigen ausgelegt. Die Brutzeit beginnt Ende Mai oder Anfang Juni und dauert etwa 30 Tage. Meist werden zwei, manchmal auch drei Eier gelegt.
Die Jungen schlüpfen Anfang Juli. Sie sind gelblich-weiß bedunt und werden überwiegend mit Wespenbrut gefüttert, welche die Altvögel in ganzen Waben herbeitragen. So sammeln sich im Laufe der Nestlingszeit leere und zerrissene Waben im und unter dem Horst an. Die Jungen spritzen nicht, wie andere Greifvogeljunge, ihren Kot über den Horstrand, sondern setzen ihn am Hordtrand ab, worauf die Eltern ihn mehrmals täglich mit frischgrün belaubten Zweigen bedecken. Die Jungen fliegen im Alter von 40 bis 45 Tagen aus, werden in den Wochen danach aber noch gefüttert, indem die Eltern Waben in den Horst tragen. Dort versammelt sich die Familie immer wieder. In nasskalten Sommern mit wenig Wespen geht ein Großteil der Bruten zugrunde.

Nahrung
Der Wespenbussard ist ein hochspezalisierter Insektenfresser, der sich im Hochsommer hauptsächlich von Wespenbrut ernährt. Er entdeckt die Eingänge zu den unterirdischen Wespennestern von einer Warte aus und gräbt sie dann aus, wobei er manchmal fast ganz unter der Erde verschwindet. Seine krallen sind nicht so stark gebogen wie die Krallen der meisten anderen Greifvögel und deshalb zum Scharren geeignet. Die Wespen können dem Räuber unterdessen wenig anhaben, da seine Gesichtspartien mit eigenartig harten Federchen geschützt sind. Er traut sich sogar an die großen Hornissennester heran, wobei er meistens nur die brut, die Larven, frisst, manchmal aber auch die erwachsenen Insekten samt Stachel. Zu den oft mehrere Kilo schweren Wespennestern kehrt er so lange zurück, bis die Nahrungsquelle erschöpft ist. Stößt man irgenwo im Wald auf ausgegrabenen Wespennester, so ist es noch kein Zeichen für die Anwesenheit des Wespenbussards, da auch andere Räuber, etwa der Dachs, Wespennester plündern.
Neben den Wespen fängt der Wespenbussard auch andere Insekten, wie Heuschrecken und Raupen, die er mit dem Schnabel aufnimmet. Oft spaziert er bie der Nahrungssuche nach Krähenart auf dem Boden umher. In der wespenarmen Jahreszeit ernährt er sich von Fröschen, Schlangen, Jungvögeln und Mäusen.

Allgemeines
Der Wespenbussard ist ein Fernzieher, der im afrikanischen Regenwald und der Baumsavanne überwintert. Hier ernährt er sich vor allem von großen Heuschrecken und findet sich dort ein, wo sich die Heuschrecken stark vermehrt haben.

©2000-2009 by Otto and Mechtild Reuber
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