Merkmale
Der Wellenläufer gehört wie die eigentliche Sturmschwalbe zu den Kurzbein-Sturmschwalben, die sich - wie der Name schon sagt - durch kürzere Füße sowie durch besonders lange und spitze Flügel auszeichnet.
Er ist mit einer Länge von 17 cm etwas größer wie die Sturmschwalbe.
Die Füße sind schwarz. Unterscheidungsmerkmal zur Sturmschwalbe ist der schwach ausgeprägte Gabelschwanz - vor allem auf der Nordhalbkugel. Der Wellenläufer folgt nicht den Schiffen, sondern fliegt in eigenartig hüpfenden
Zickzackflug unbeirrt seinen Weg, dabei wechselt er oft die Richtung und Geschwindigkeit.
Der Wellenläufer hat seinen Namen bekommen, weil sie beim Fliegen dicht über der Meeresoberfläche einen Fuß oder auch beide Füße mit ausgespannten Schwimmhäuten ins Wasser eintauchen und so den Beobachter glauben
lassen, er laufe auf dem Wasser. Das Eintauchen soll als Bremse wirken, sobald der Vogel an der Oberfläche des Wassers eine Beute erspäht hat.
Vielleicht verursacht dieses Eintauchen eine für den leichten Vogel notwendige Adhäsion, das heißt ein Festhaften an der Wasseroberfläche.
Die Wellenläufer folgen anmutig bei rauhem und bei ruhigem Wetter den Bewegungen der Wellen, dabei aber immer einige Zoll Abstand von der Wasseroberfläche haltend.
Sie folgen meist den Wellentälern und halten sich dicht am Luvhang, wo der Wasserspiegel weniger unruhig ist und wo gute Aufwindwirbel die Vögel tragen.
Lebensraum
Der Wellenläufer verbringt wie alle Sturmschwalben ihr ganzes Leben auf den oft sturmgepeitschten Ozeanen. Nur zur Brutzeit kommen sie auf der Küste vorgelagerte Inseln, wo sie im Geröll
oder in selbstgegrabenen Höhlen brüten.
Fortpflanzung
Wellenläufer besetzen zwar schon im zweiten Kalenderjahr eine Bruthöhle, sind jedoch nicht vor dem dritten Jahr fortpflanzungsfähig.
Sie brüten in Felsspalten oder selbstgegrabenen Erdhöhlen kolonieweise auf Inseln, oft in Küstennähe.
Sie legen wie alle Sturmvögel nur ein Ei, das von beiden Gatten, vielleicht etwas länger vom Männchen bebrütet wird.
Die Partner lösen sich, oft in Abständen von mehreren Tagen, ab und füttern einander am Nest. Jedoch verkehren sie vom und zum Nest nur bei Dunkelheit.
Auf dem Land bewegen sich die schwachfüßigen Vögel "auf allen Vieren". Nach einer Brutdauer von 38 bis 45 Tagen schlüpfen unentwickelte, hilflose
Junge. Diese werden mit einem ölähnlichen Nahrungsbrei gefüttert, den der Elternvogel dem Küken in den offenen Schnabel träufelt. Nach 52- bis 60-tägiger Nestzeit werden die Jungen flugfähig, obwohl sie bis dahin keine
Gelegenheit hatten, die jetzt reifende angeborene Flugbewegung zu üben. Die jungen Wellenläufer werden schon
vor dem Flugbarwerden von den Elternvögel verlassen. Sie sind dann allerdings doppelt so schwer wie die Erwachsenen und können bis zum Abflug aufs Meer von ihrem Fettvorrat zehren.
Nahrung
Die Nahrung wird vom Meeresspiegel aufgenommen: oberflächennahes Großplankton, also passiv dahintreibende Meerestiere, unter ihnen Kopffüßler, vor allem kleine Tintenfische, kleinere krebse und Larven größerer Krebse, kleine Fische, Hohltiere, meeresschnecken sowie Kot
und besonders die fetten Schlachtrückstände von Walen.
Beim Fang zu Beringungszwecken lockten die Forscher Wellenläufer mit traniger Dorschleber, die sie hinter dem Boot herschleppten. Das lässt auf einen feinen Geruchssinn der Vögel schließen.
Allgemeines
Als Feinde dieser Vögel sind einige Greifvögel und Eulen bekanntgeworden. Auch scheint die Mantelmöwe in Neuschottland nach ihrer neueren Bestandzunahme den Wellenläufern gefährlich zu werden.
Schließlich brachten Bodennager, vor allem aber die durch den menschen auf viele Inseln eingeschleppten Katzen und Hunde den Vögeln an ihren Brutstätten große Verluste.
Bei Orkanen gehen zuweilen große Mengen verdrifteter Vögel zugrunde, so im Herbst 1952 allein im britischen Raum über 5000 Exemplare.