Merkmale
Männchen mit tiefschwarzem Kopf und weißen Halsseiten, im Winter bräunlicher. Das Weibchen ist unscheinbar, zeigt aber im Flug, wie das Männchen, einen auffallenden weißen Flügelspiegel. Länge
12,5 cm.
Lebensraum
Feuchtes, etwas verwildertes Wiesenland mit eingestreuten Buschgruppen.
Fortpflanzung
Zur Brutzeit lässt das Männchen täglich vielhundertmal von stets gleichen Singwarten aus sein monotones Liedchen erklingen. Vor der Paarung umbalzt es sein Weibchen mit gespreizten Flügeln
und gefächertem Schwanz, so dass es sein kontrastreiches Gefieder voll zur Schau stellt.
Das Weibchen baut das Nest aus Gras und Moos in der Bodenvegetation oder bis Kniehöhe in das dichteste Gebüsch, stets nahe der Hauptsingwarte des Männchens. Es legt alle 24 Stunden ein Ei, bis das
Gelege mit 5 oder 6 Eiern vollzählig ist. Wie bei allen Vögeln, deren beide Geschlechter sehr verschieden gefärbt sind, brütet nur das Weibchen. Dabei legt es etwa alle Stunde eine
Pause von wenigen Minuten zum Putzen und Baden ein. Das Männchen bringt ihm das Futter zum Nest und meldet seine Ankunft mit einem besonderen Lockruf.
Nähert man sich dem Nest, so umflattern die Eltern erregt den Eindringling und schlagen mit Flügeln und Schwanz, um die Aufmerksamkeit des Störers vom Nest auf sich umzulenken. Die Jungen fliegen nach
12 Tagen
aus und verbergen sich in der Bodenvegetation, wobei sie die futtertragenden Eltern mit Positionsanzeigerufen herbeilocken. Zwei Bruten von April bis Juni.
Nahrung
Zarte Insekten und Spinnen.
Allgemeines
Schwarzkehlchen besiedeln meist trockenere Lebensräume als Braunkehlchen. Wo aber das Braunkehlchen fehlt, findet man sie auch in feuchteren Biotopen.
Sie leben im Süden als Jahresvögel, die schon im März mit der ersten Brut beginnen. Die nördlichen Populationen sind dagegen Zugvögel.