Rohrweihe
Circus aeroginosus
Familie:
Habichtartige
sporadischer Zugvogel
Merkmale
Fast schon durch Flug und Lebensraum zu bestimmen: Die Rohrweihe fliegt niedrig, "schwimmend" und immer etwas zögernd über großen Schilfwäldern. Das Männchen ist braun, mit Grau an Flügeln und Schwanz, Weibchen und Jungvögel tragen ein auffallend rahmfarbenes Gefieder an Kopf und Nacken. Die Weibchen erreichen eine Spannweite von etwa 120 cm, die Männchen sind nur wenig kleiner.

Lebensraum
Zur Brutzeit große Schilfwälder der Ebenen, außerhalb der Brutzeit auch in Niederungswiesen, aber nahe an Gewässern.

Fortpflanzung
Zur Balzzeit im April und Mai steigt das Männchen zum Himmel und stürzt dann laut rufend und mit Kapriolen einige hundert Meter in die Tiefe. Wenig später sieht man das Weibchen mit Schilfhalmen in den Füßen fliegen. Dann wird das Nest in dichten Schilfwäldern am Boden errichtet. Es ist, dem möglicherweise schwankenden Wasserstand angepasst, ein stattlicherer Schilfhaufen als die Nester anderer Weihen. Eiablage meist Anfang Mai in 3-Tage-Intervallen. Nur das Weibchen bebrütet die meist 4 oder 5 Eier, und zwar vom ersten Ei an, so dass die Jungen später sehr unterschiedlich groß sind. Brutzeit 32 bis 33 Tage; die ersten flüggen Jungweihen zeigen sich Ende Juli oder Anfang August.

Nahrung
Frösche, Kleinsäuger, Wasservögel und Insekten. Der Jagdflug der Rohrweihe endet erst lange nach Sonnenuntergang. Zuweilen greift sie sich auch Fische aus dem Flachwasser. Von den Kirgisen und Baschkiren soll sie zur Entenjagd abgerichtet worden sein, aber eine mutige Entenmutter kann ihre Gössel vor ihr beschützen, falls der Angriff nicht zu überraschend kommt.

©2000-2009 by Otto and Mechtild Reuber
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