Merkmale
Sicherstes Kennzeichen im Felde ist der ungebänderte Schwanz mit dunkler Endbinde und heller Wurzel; der Kopf erscheint deutlich heller als das
Körpergefieder, die Grundfärbung ist aber, wie beim sehr ähnlichen Mäusebussard, variabel. Beim ruhenden Vogel erkennt man die fast bis zum
Zehenansatz befiederten Beine. Rüttelt oft.
Lebensraum
Die Tundra und die Waldtundra, zirkumpolar. Ab August ziehen die Vögel südwärts und erscheinen im November in waldarmen Gegenden Mitteleuropas,
wo sie überwintern. Im April treffen sie wieder in ihren nordischen Brutgebieten ein.
Fortpflanzung
Im Mai zeigen die Vögel über dem Brutrevier ihre Balzflüge und sind dann recht ruflustig. Ende Mai wird einer der alten Horste aufgebessert
und aufgestockt. Die Horste liegen meist auf Felsbändern, manchmal auch auf flachem Boden oder auf Bäumen. Sie sind recht solide Knüppelbauten
mit dicker, warmer Grasauslage. Die Jungen schlüpfen Ende Juni oder Anfang Juli nach etwa 30tägiger Brutzeit. Die Eizahl hängt von der Zahl
der Lemminge ab, der Hauptbeute der Rauhfußbussarde: In guten Lemmingjahren werden bis zu 7 Eier gelegt, in schlechten kommen
die Vögel überhaupt nicht in Brutstimmung. Die Jungen werden in den ersten 14 Tagen von der Mutter einzeln gefüttert, danach legen
die Eltern die Beute einfach an den Nestrand, und in schlechten Lemmingjahren setzt dann unter den Jungen ein Kampf auf Leben und Tod ein,
den in mageren Zeiten meist nur ein Junges überlebt. Außerdem leiden die Jungen oft schwer unter arktischen Stechmücken.
Nahrung
Vor allem Lemminge, die aus dem Suchflug oder Ansitz heraus erbeutet werden.