Mönchsgrasmücke
Sylvia atricapilla
Familie:
Fliegenschnäpperartige
regelmäßiger Zugvogel
Merkmale
Männchen mit schwarzer, Weibchen mit rostroter Kopfplatte, Jungvögel weibchenfarben. Länge 14 cm.

Lebensraum
Mehr als andere Grasmücken ein Vogel lichter Wälder, in denen er das Unterholz bewohnt. Daher hatte die Art bisher nur wenig unter der Flurbereinigung zu leiden, bei der Hecken und andere Kleinbiotope wegplaniert werden.

Fortpflanzung
Das Grasmückennest wird aus dürren Hälmchen niedrig ins Gebüsch gebaut, häufig in Brennesselwälder. Es ist so vergänglich, dass man es Wochen nach dem Ausfliegen der Jungen nicht mehr vorfindet. Beide Eltern brüten; länger, fester und über Nacht sitzt das Weibchen auf den Eiern. Zwei Bruten zwischen Mai und Juli, 4 bis 5 Eier, Brutdauer 11 bis 13 Tage, Nestlingsdauer 10 bis 15 Tage. Gegen Störungen am Nest sind die Mönchsgrasmücken wie auch andere Grasmücken recht empfindlich, so dass schon mancher Vogelfotograf, der vor dem Grasmückennest auf der Lauer lag, ohne Fotos heimgehen musste.
Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt. Ihre Sperrrachen sind blutrot. Wenn sie betteln, recken sie die schweren Köpfe auf dünnen Hälsen in die Höhe und pendeln hin und her; eine Bewegung, die das Betteln wohl eindringlicher machen soll, wie ja auch sich bewegende Flammen eindringlicher sind als rote Lampen. Die Jungen verlassen das Nest, bevor sie fliegen können und verbergen sich einzeln im Gebüsch. Kommt ein Fressfeind, wird er nicht gleich die ganze Brut erbeuten.
Im Nest verhalten sich die Jungen sehr leise, allenfalls unterstützen sie das Betteln mit leisem Wispern. Sind sie aber ausgeflogen, so lassen sie in kurzen Zeitabständen einen zweisilbigen Ruf erklingen, der den Eltern anzeigt, wo sich ihre Kinder gerade befinden.

Nahrung
Insekten, im Spätsommer reichlich Beeren.

©2000-2009 by Otto and Mechtild Reuber
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