Merkmale
Das hellgraue Männchen unterscheidet man am weißen Bürzel und am Fehlen einer dunklen Flügelbinde von den übrigen Weihen. Aus der Nähe ist es ein zauberhaft schöner Vogel.
Das Weibchen ähnelt sehr den anderen Weihenweibchen, aber sein Schwanz ist auffälliger gebändert und mündet in einen Bürzel mit breiterem weißem Querstreif, Spannweite um
105 cm.
Lebensraum
Wiesengründe mit naturnaher Bewirtschaftung, moosige Flachmoore, Heiden und Dünenlandschaften. Bestand in Mitteleuropa sehr geschrumpft.
Fortpflanzung
Zur Balzzeit im April kreist das Paar in harmonischen, verschlungenen Kurven. Dazwischen steigt das Männchen senkrecht in die Höhe und kehrt in einem Sturzflug zur Partnerin
zurück. Auch das Weibchen zeigt seine Flugkunst, aber nicht so auffällig. Das Nest ist ein Grashaufen am Boden, von dem sich das alleine brütende Weibchen bei Gefahr unauffällig wegzustehlen versteht.
Hauptbrutzeit ist der Mai; die Jungen werden mit etwa 6 Wochen, also um Mitte Juli, flügge und können sich etwa drei Wochen später selber ernähren.
Nahrung
Ein Kornweihenpaar ist nicht zu übersehen, weil die Vögel in unermüdlichem Suchflug niedrig über ihrem Jagdrevier dahingaukeln, meist auf den gleichen unsichtbaren Luftstraßen. Sie schwingen sich auf, sobald der Tau abgetrocknet ist,
und fliegen bis in die Abenddämmerung. Etwa alle Stunde lassen sie sich zu kurzer Rast nieder, setzen sich aber dabei nie auf Bäume. Die Kornweihe schlägt nur Bodenbeute, die sie notfalls auch zu Fuß verfolgt. Ihre Nahrung verzehrt
sie meist an der Stelle, wo die Beute geschlagen wurde.