Haubentaucher
Podiceps cristatus
Familie:
Lappentaucher
sporadischer Zugvogel
Merkmale
Entengroß, Länge um 48 cm. Von einer Ente schon von fern durch den hochgereckten Hals zu unterscheiden. Schnabel rötlich. Im Brutkleid mit beweglicher Federhaube und rostrotem Halskragen. Zum Winter verschwinden die Federohren fast ganz, die Wangen sind dann weiß ohne Braun. Der Vogel wirkt im Flug von unten fast ganz weiß. Ruflustig, mit verschiedenen knarrenden Tönen.

Lebensraum
Der Haubentaucher ist eine Zierde ruhiger, fischreicher Gewässer, die im Idealfall einen breiten Schilfsaum und eine reiche Wasserpflanzenwelt aufweisen. Hier finden sich die Vögel im April oder Mai ein und bleiben manchmal bis in den Spätherbst. Die mittel- und nordeuropäischen Haubentaucher ziehen im Winter süd- und westwärts und überwintern in Westeuropa, auch in England und im Mittelmeerraum. Im Winter trifft man sie in ruhigen Buchten auf dem Meer an. Einzelne Haubentaucher versuchen die Überwinterung nördlich der Alpen, kommen dabei aber während kalter Winter in höchste Gefahr. Viele werden dann erschöpft aufgefunden und in Tierheimen abgeliefert.

Fortpflanzung
Haubentaucher kehren vielfach alljährlich in ihr vertrautes Brutgebiet zurück. Hier zeigen sie im April und Mai ihre ausdrucksvolle und vielfältige Balz. Sie holen symbolisch Nestmaterial vom Gewässergrund und zeigen es dem Partner. Sie richten sich Brust an Brust hoch im Wasser auf, spreizen den prachtvoll rostroten Federkragen und zeigen ihn schüttelnd vor, sie umschlingen den hals des Partners oder schlagen mit den Flügeln. Dabei kann man das Weibchen nicht leicht vom Männchen unterscheiden. Für die Paarung bauen die Vögel eigens eine Plattform, auf der sich das Weibchen mit vorgestrecktem Hals und halb im Wasser liegend niederstreckt. Das Nest ist ein schwimmender Haufen aus abgestorbenen Wasserpflanzen. Nur der kleinste Teil ragt über den Wasserspiegel hinaus, der größte, bis 60 cm dicke Teil liegt untergetaucht. Insgesamt kann das Nest mehrere Zentner schwer werden. Die Vögel legen es in der Regel so tief im Schilf an, dass es nicht mehr vom Wellenschlag erreicht wird, aber auch so nahe am Schilfrand, dass die Altvögel mühelos heranschwimmen und bei Gefahr wegtauchen können. Die Brutzeit beginnt meist Mitte Mai. Beide Partner lösen sich beim Brüten ab. Während einer auf den Eiern sitzt, hält der andere in Nestnähe draußen vor dem Schilfswald Wache. Meist liegen die Nester einzeln, in Seen mit großem Fischreichtum aber auch in lockeren Kolonien beisammen. Brutdauer 27 bis 29 Tage, Gelegegröße 3 bis 4 Eier. Eifarbe anfangs grünlichweiß, die Eier werden aber sehr bald schmutzig braun. Viele Gelege gehen durch Krähen, manche durch Rohrweiten zugrunde, dann kommt es bis weit in den Hochsommer hinein zu Nachgelegen.


Die Jungen der Erstbruten schlüpfen im Juni und wachsen so schnell heran, dass sie im Juli schon zu fliegen beginnen. Die Familie bleibt aber bis zum Herbst beisammen. Das Dunenkleid der Jungen ist an Kopf und Rücken auffallend längsgestreift. Die Jungen können vom ersten Tag an schwimmen, aber noch nicht tauchen. Anfangs fahren sie auf dem Rücken der Eltern spazieren und lassen sich dort auch füttern. Manchmal werden sie beim Tauchen unter den Flügeldecken mit in die Tiefe genommen. Sie bekommen von beiden Altvögeln Fischchen und Wasserinsekten, sowie Federn, die sich die Eltern auszupfen oder von der Wasserfläche auflesen. Auch die erwachsenen Taucher fressen regelmäßig Federn.

Nahrung
Fische, Schnecken, Frösche, Molche, Wasserinsekten, meist tauchend erbeutet. Unter Wasser schwimmen die Taucher mit angelegten Flügeln nur mit den Füßen, die sie ähnlich wie ein Brustschwimmer grätschend nach hinten schlagen. Sie bleiben bis 50 Sekunden unter Wasser und tauchen einige Meter tief. Als Fischfresser hat sich der Haubentaucher unter den Sportfischern erbitterte Feinde gemacht. Mancher Vogel muss das mit dem Leben büßen.

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