Merkmale
Spatzengroß, aber schlanker, Flügel und Rücken dunkelbraun, Schwanzwurzel rötlich. Männchen im Norden mit rotem
Fleck auf blauer Brust, genannt rotsterniges Blaukehlchen, im Süden mit weißem Fleck, genannt weißsterniges Blaukehlchen.
Weibchen mit heller, dunkel gestreifter Brust. Hält sich meist am Boden auf, hüpft rasch dahin, hält plötzlich inne und schlägt mit dem Schwanz auf.
Warnruf "chack...chack". Lässt oft die Flügel hängen.
Lebensraum
Buschreiche Auwälder, Weidengebüsc an Ufern von Flüssen und Seen, feuchte, hochgrasige Wiesen, Sumpf- und Schilfwildnisse.
Bestand stark rückläufig.
Fortpflanzung
Der Gesang ist sprudelnd mit schönen Flötentönen, wobei es gute wie schlechte Sänger gibt. Im Mai singt das Blaukehlchen bis weit in die Nacht hinein zusammen mit Rohrsängern und der Wachtel.
Es ahmt auch die Rufe anderer Vögel nach, selbst die Töne von Insekten.
Bei Tage erhebt er sich zu einem kurzen Singflug über den Schilfwald. Über Nacht verliert das Blaukehlchen 10% seines Körpergewichtes und holt den Verlust am nächsten Tag wieder auf.
Das Nest liegt am Boden unter der Vegetation verborgen, mit Vorliebe an Böschungen. Meist wird es
durch die futtertragenden Eltern verraten. Das Gelege enthält im Norden 6 bis 7, im Süden 4 bis 5 Eier.
Im Land der Mitternachtssonne können die Eltern mehr Junge aufziehen als im kürzeren mitteleuropäischen Sommertag.
Beide Eltern brüten, mittags vorwiegend das Männchen. Das Weibchen sitzt sehr fest auf den Eiern und lässt sich manchmal sogar mit der Hand berühren.
Brutzeit Mai und Juni, Brutdauer 13 bis 14 Tage, Nestlingsdauer um 14 Tage. Wenn die Jungen geschlüpft sind, warnen die Eltern pausenlos, sobald man sich dem Nestplatz nähert.
Die Jungen tragen bis zur Herbstmauser ein getropftes Jugendkleid. Das Blau der Männchen verblasst in Gefangenschaft von Mauser zu Mauser bis zu einem Schimmelgrau.
Wenn auch einzelne Blaukehlchen in Westeuropa - zum Beispiel in Belgien oder der Schweiz - überwintern, ziehen die meisten nach Nordafrika; sie überqueren auch die Sahara oder wandern nach Vorder- und Südostasien.
Nahrung
Kerbtiere und deren Larven, Weichtiere und Würmer, geklegentlich auch Beeren.