Merkmale
Länge 48 cm. Der Erpel im Prachtkleid ist am schwarzen Kopf mit Grünschiller, am hellgrauen, fein quergewellten Rücken und
am Weiß der Flanken zu erkennen.Im Schlichtkleid und von weitem kann man beide Geschlechter sowie die Jungvögel nicht leicht von den
entsprechenden Reiherenten unterscheiden. Aus der Nähe stellt der zumindest angedeutete Nackenschopf der Reiherenten aller
Alterskleider eine zuverlässige Bestimmungshilfe dar. Der helle Ohrfleck der Weibchen ist im Winter undeutlich oder verwaschen.
Auch der weiße Ring um den Schnabel darf nicht als sicheres Kennzeichen gelten, da er schwach entwickelt sein kann, ähnlich wie bei den
Reiherenten. Zuverlässig, aber nur aus der Nähe möglich, gelingt die Bestimmung über die Schnabelform: Der Schnabel der Bergente
ist an seiner breitesten Stelle mindestens
40% breiter als an der schmalsten vor der Wurzel, bei der Reiherente ist er dagegen
höchstens
20% breiter.
Im Flug ordnen sich die Bergenten nicht selten zu langen, aber lockeren Ketten. Der Flug ist rauschend, und die in der Luft sehr
ruflustigen Vögel lassen oft ein "Karr, karr" hören. Der Balzruf der Erpel klingt pfeifend und gurrend.
Im Verhalten ähnelt die Bergente sehr der Reiherente; beide Arten bilden oft gemischte Trupps.
Lebensraum
Die Bergente ist ein nordischer Vogel. Sie brütet auf größeren Moor- und Tundraseen, mit Vorliebe in der Nähe von Möwen- oder
Seeschwalbenkolonien. Im Norden geht sie bis an die Grenze der Strauchtundra und ist in Island eine der am häufigsten vorkommenden Enten.
Der Bestand in Finnland wird auf 1000 Brutpaare geschätzt, sehr viel mehr brüten in Nordrussland.
Als Zugvögel erscheinen sie in Scharen Ende Oktober und Anfang November an den mitteleuropäischen Küsten der Nord- und Ostsee; sie bleiben dort bis in den
März hinein. Die größten Gesellschaften halten sich in geschützten Buchten, im Wattenmeer und in Flussmündungen auf, stets aber in Küstennähe.
Häufig überwintern bergenten auf den norddeutschen Seen einige folgen den Flussläufen bis zu den tieferen Seen des Alpenraums und sogar bis ins Mittelmeer.
Die sibirischen Populationen wandern vor allem ans Schwarze und ans Kaspische Meer, teils auch ans Mittelmeer.
Am liebsten halten sich die Bergenten in 3 bis 4 Meter tiefem Wasser mit muschelbewachsenem Grund auf.
Fortpflanzung
Wenig von den Reiherenten verschieden. Die Brutvögel treffen Mitte April bis Mitte Mai am Brutplatz ein und sind dann in der Regel schon verpaart.
Sie legen ihr Nest mit Vorliebe auf Inselchen und fast immer dicht am Wasser an, so dass sie heranschwimmen und, wo es die Wassertiefe zulässt, auf dem Weg zum Nest
auch herantauchen können. Oft liegen mehrere Nester nahe beieinander, manchmal in kleinen Kolonien. Die Nester werden teils
gut versteckt, teils aber auch sehr offen angelegt. An nassen Stellen bestehen sie aus einem haufen von Pflanzenteilen, an trockenen nur aus einer Mulde,
die stets üppig mit Dunen ausgepolstert wird. Oft legen Berg- und Reiherenten sich gegenseitig ihre Eier in die Nester.
Brutbeginn Ende Mai oder Anfang Juni. Brutdauer 24 bis 26 Tage. Da die Ente erst gegen Ende der Legeperiode
zu brüten beginnt, schlüpfen alle Küken im Verlauf von etwa 24 Stunden, meist Ende Juni oder Anfang Juli.
Die Jungen brauchen, wie andere Vögel auch, am ersten tag nichts zu fressen, da sie noch von den Resten des Eidotters zehren.
Erwacht ihe Hunger, so fangen sie vor allem Insekten und deren Larven an der Wasseroberfläche.
Nahrung
Die Nahrung wird überwiegend tauchend gesucht, selten tiefer als etwa 4 Meter. Sie besteht vor allem aus Muscheln
und Meeresschnecken. Daneben werden Krebse, Wasserinsekten und pflanzliche Nahrung genommen. In den russischen Teilen
der Ostsee werden Bergenten seit alters her für den Verzehr gefangen. Dazu spannt man große Netze waagerecht dicht unter dem
Wasserspiegel. Die nach dem Tauchen zur Wasseroberfläche hochschießenden Enten verfangen sich in den Netzen und ersticken.