Søndre Land kommune: Aktivitäten / Aktiviteter
 
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Store Skjellingshovde - Tour     /     13.07.2009
Startpunkt: Der etwa 700 m Luftlinie südöstlich der Alm Skjellingen sæter gelegenen Parkplatz.
Anfahrt bis dorthin über den bomveg ab der Fluberg bru: 16,7 km.
Gehzeit: 2 - 2,5 Stunden ( hin und zurück inkl. Photos vom Aussichtsturm ).
Höhenprofil in m: 712 ( Parkplatz ) - 856 ( Store Skjellingshovde ) - 845 ( utsikten ) - 856 ( Store Skjellingshovde ) - 750 ( Hovdeskaret ) - 856 ( Store Skjellingshovde ) - 712 ( Parkplatz ).
Weglänge: etwa 7,2 km ( Gesamtstrecke unserer Wanderung ) - vom Parkplatz zum Gipfel sind es etwa 1.340 m. Bis zum Aussichtspunkt utsikten sind es weitere 200 m. Da uns die Wanderung zu kurz war, folgten wir ab dem Gipfel einem Pfad in nordwestlicher Richtung zur Schlucht Hovdeskaret ( hin und zurück etwa 4,1 km ).
Schwierigkeitsgrad: Keine besondere Kondition erforderlich, eigentlich nur ein längerer Spaziergang. Nur ein kurzes Teilstück ab der Alm Skjellingen sæter ist etwas steil und kostet ein paar Schweißtropfen. Die Besteigung des metallenen Aussichtsturmes ( Brandwachturm ) mit 3 hölzernen Plattformen erfordert Schwindelfreiheit, zudem die einzelnen Treppenstufen, die nur aus jeweils 2 Stahlrohren bestehen, den Blick nach unten ermöglichen.
Karte: Statens Kartverk Norge 1:50.000: Blatt 1816 III - Bjoneroa / Skjellingshovde, Nr. 893
= Fotos ( Ein Klick auf das große Photo führt zurück zur Tourbeschreibung )
Skjellingen villmark
Der Store Skjellingshovde ist mit 856 m der zweithöchste Berg in der Søndre Land kommune. Über den Gipfel verläuft die Grenze zur nördlichen Nachbarkommune Nordre Land. Der höchste Gipfel ist der etwa 2,8 km nordwestlich gelegene und 4 m höhere Zwillingsgipfel vesle Skjellingshovde. Auf dessen Gipfel stoßen die Grenzen der Kommunen Søndre Land, Nordre Land und Sør-Aurdal aufeinander.
Beide Gipfel liegen in der Waldlandschaft Skjellingen villmark, die sich zwischen dem nördlichen Teil des Randsfjorden und dem Begnadalen erstreckt. Das etwa 200 qkm große Gebiet verteilt sich auf die Kommunen Sør-Aurdal ( 120 qkm ), Søndre Land ( 60 qkm ) und Nordre Land ( 20 qkm ). Die Landschaft erstreckt sich von einer Höhe von ca. 130 m am Randsfjorden und im Begnadalen bis auf über 850 m Höhe. Der Großteil des Gebietes liegt zwischen 200 und 650 müM. Seen unterschiedlicher Größe und viele Wasserläufe prägen die Landschaft. Zu den größten Seen zählen der Buvatnet, der Grevsjøen, der Kvitingen und der Store Øyvatnet. Hauptwasserläufe sind der Buvasselva, der Øyvasselva, der Skjellbreia, der Kallingsvassdraget und der Grevsjøelva. Diese Flüsse dienten früher als wichtiges Transportmittel für die dort geschlagenen Bäume.
Das Waldgebiet befindet sich im Besitz diverser Eigentümer, die sich in dem Verband Begna - Fluberg Villmark BA zusammengeschlossen haben. Sie wollen in diesem Gebiet eine langsichtige und ökologische Bewirtschaftung betreiben, die den Bestand dieser herrlichen Waldlandschaft gewährleistet. Zudem haben sie es sich zum Ziel gesetzt, diese Wildnis für attraktive Freizeitangebote - Jagd, Fischen und andere Naturerlebnisse - für Einzelpersonen, Familien und Gruppen zu öffnen. Dazu zählt auch die Vermietung diverser Hütten.
Ein unbefestigter bomveg ( Mautstrasse ) führt von der Fluberg bru im Osten nach Begna bruk im Begnadalen. Diese etwa insgesamt 35 km lange Verbindung - dazu kommen noch zahlreiche Nebenwege - wird in Eigeninitiative der Grundbesitzer instand gehalten. Die Einnahmen aus den Mautgebühren werden anteilig auf die Grundbesitzer umgelegt. Die unbefestigten Wege sind - bis auf ein paar Nebenwege mit vielen Schlaglöchern - in gutem Zustand. Zum Zeitpunkt unserer Durchfahrt wurden einige Abschnitte gerade mit losem Erdmaterial aufgeschüttet, was das Fahren etwas erschwerte.
Im Jahr 2009 kostete die Durchfahrt mit einem PKW 50 NOK.
Weitere Informationen zur Skjellingen villmark unter www.skjellingen.no/
Anfahrt
Von unserer Hütte auf dem am Ostufer des Randsfjorden gelegenen Campingplatz Lyngstrand Camping sind es etwa 7,4 km bis zum Beginn des Mautweges. Die Fahrt führt nach Norden über den Rv 34 bis zur Fluberg bru und über diese zum Rv 245 auf der Westseite des Randsfjorden. Unserer Karte entnehmen wir, dass eine Zufahrt zu der Gebirgsstrecke am südlich der Fluberg bru gelegenen Nordråk gård beginnt. Doch wir finden dort keinen Waldweg mit entsprechendem Hinweis. So biegen wir aus lauter Verzweiflung nach rechts in einen der nächsten Wege ein - eine Sackgasse, die uns zu den paar Häusern von Endrerud führt. Dort erklärt uns eine Frau, dass wir zurück zur Fluberg bru müssen.
Dort finden wir nur 50 m nördlich der Brückenzufahrt auch endlich die 172 müM glegene bomstasjon zur Sør-Aurdal kommune. Wir entrichten die geforderte Mautgebühr von 50 NOK und fahren dann kurz in westlicher und dann in südlicher Richtung bergauf. Eine Lichtung gibt den Blick auf den Randsfjorden frei. Wir fahren weiter gen Süden, passieren eine Kreuzung - links führt ein Fahrweg talwärts zum Nordråk gård, rechts geht es u.a. zur Alm Vammen sæter - und erreichen nach 4,4 km Nordraaksetra ( 512 müM ).
Dort weisen Schilder nach Kallingen und Abborn. Jetzt wird uns klar, wie wichtig eine genauere Karte wäre, die die Anfahrt zum Skjellingshovde dokumentieren würde. Doch wir haben nur den Veiatlas Norge und eine ausgedruckte Karte des Wanderwegs zum Gipfel des Store Skjellingshovde bei uns. Während wir noch unschlüssig dort stehen, nähert sich aus der Richtung Kallingen ein Radlader. Wir stoppen ihn und fragen den jungen Fahrer nach dem Weg zum Store Skjellingshovde. Er erkärt uns, das wir weiter in Richtung Kallingen müssen - der Abzweig endet am See Åboren.
Der bomweg knickt kurz nach der Abzweigung in Richtung Nordwesten ab und führt etwa 2,7 km lang durch Fichtenwald, der durch kleine und große Lichtungen unterbrochen wird, nach Lusihus ( 521 müM ). Dort zweigt der durch einen Schlagbaum abgesperrte Weg nach den Seen Vesle Kallingen ( 496 müM ) und Store Kallingen ( 506 müM ) ab.
Nach dem Abzweig knickt der Schotterweg nach Südwesten ab. Kurz hinter dieser Kurve wird uns der Weg durch einen Radlader versperrt, dessen Fahrer damit beschäftigt ist, neuen Schotter aufzubringen und diesen mit der Schaufel glattzuziehen. Da er mit dem Rücken zu uns arbeitet und Kopfhörer seine Ohren vor Lärm schützen, hört und sieht er uns nicht. Da die Stille des Waldes durch sein Arbeiten eh´ gestört ist, machen wir uns nach einigen Minuten durch lautes Hupen bemerkbar. Er schaut nach hinten, winkt und fährt sein Arbeitsgerät ganz nach rechts in den Graben.
Wir folgen dem Hauptweg, der hier nach Südwesten abknickt. Wir passieren nahe dem kleinen See Rødnestjernet zwei Abzweigungen, überqueren den Grevsjøelva und legen nach weiteren 3,5 km am Nordufer des sumpfigen Sees Fjøltjernet ( 546,5 müM ) eine kleine Rast ein.
Bis jetzt hat sich noch kein Sonnenstrahl gezeigt und ein Blick gen Himmel lässt momentan auch nicht viel erhoffen. Nach einem Schluck aus der Thermosflasche setzen wir die Fahrt auf dem leicht ansteigenden Waldweg fort. Nach 1,3 km biegen wieder zwei Lehmpisten vom Hauptweg ab. Links der Weg ist durch einen Schlagbaum gesperrt, der Weg nach rechts führt zu ein paar Hütten am See Lille Grevsjøen. Wir passieren das Südende dieses Sees und folgen dem bomveg, der jetzt nach Nordwesten führt und kurz darauf den Bergbach Øktmyrbekken quert, der nur 200 m weiter in den Grevsjøen mündet. Auch bei den nächsten 3 Waldwegen, die alle rechterhand an oder um den Grevsjøen führen, halten wir uns links und gelangen zur Hütte Vestheim, die ein paar Meter abseits des Weges im Wald steht. Ab dort führt auch ein Pfad zum Store Skjellingshovde. Ab Vestheim sind es nur noch 1,2 km in südwestlicher Richtung bis zur Abzweigung zum Skjellingshovde.
Die nächsten 1.750 m bis zum Parkplatz stellen unser Auto vor eine harte Probe. Tiefe Schlaglöcher und Spurrillen sowie dicke, aus dem Schotter ragende Steine machen die Fahrt über den Langvasshaugen zum Risiko für unsere Achsen. Ein Geländewagen wäre jetzt von Vorteil. An einer langen Lichtung halten wir an und genießen den Blick auf den etwa 650 m langen Langvatnet. Nach etwa einer 1,7 km langen Fahrt erreichen wir gegen Mittag den von Wald umgebenen Parkplatz ( 712 müM ), den Startpunkt der Wanderung. Ebenso wie der Anfahrtsweg ist auch dieser mit Schlaglöchern und Spurrillen übersät. Ein Volvo steht einsam und verlassen am Rande des Platzes.
Wanderung
Wir packen vorsichtshalber auch die Regenjacken in den Rucksack, da sich von Westen dunkelgraue Wolken nähern. Von den zwei Waldwegen, die in nordwestlicher Richtung führen, wählen wir den linken zur Alm Skjellingen sæter. Der Weg führt leicht bergan durch Fichtenwald. Eine Lichtung gibt den Blick frei auf den See Buvatnet und die weite Waldlandschaft der Skjellingen villmark ( siehe Photo ). Nach 700 m erreichen wir die Lichtung um die Alm Skjellingen sæter. Über die mit giftigen Eisenhut bewachsene Wiese erblicken wir im Südosten den Langvatnet. Sonnenstrahlen bahnen sich kurzzeitig durch die Wolkendecke und tauchen Wiese und Almhütte in ein strahlendes Licht. Von der Hütte führt ein Pfad über die Wiese - vorbei an den Grundmauern früherer Almgebäude - in nordöstlicher Richtung zum Waldrand. Ab dort geht es steil und schweißtreibend nach Norden. Von oben hören wir Stimmen und eine Familie mit zwei Kindern kommt uns auf dem engen Pfad entgegen - wahrscheinlich die Besitzer des Volvos auf dem Parkplatz. Sie erwidern unseren Gruß. "Fine utsikten" sagt der Mann und deutet dabei auf unsere Kamera. Dies macht uns gespannt auf die Aussicht vom Gipfel des Store Skjellingshovde. Nach kurzer Zeit knickt der von Heidelbeeren gesäumte Waldpfad nach Nordwesten ab und führt zwischen Fjellbirken und Fichten hindurch in Richtung Gipfel.
Plötzlich taucht zwischen den Bäumen ein Turm auf, den wir hier oben garnicht erwartet haben.
Schon im Jahr 1806 wurde der Skjellingshovde von der Norges Geografiske Oppmåling, einem Vorläufer von Statens kartverk, vermessen und als wichtiger Aussichtspunkt zur Erkennung von Waldbränden mit einem Turm versehen. Dieser wurde 1924 von der Det Norske Gjensidige Skogbrandforsikringsselskap, einer Versicherungsgesellschaft, die führend in der Überwachung von Waldbränden war, durch einen neuen, 15 m hohen Turm ersetzt. Die Brandwache, die später mit Telefon ausgerüstet wurde, wohnte in einer Hütte an der Spitze des Turmes. Im Sommer 1960 wurde der Holzturm durch einen 30 m hohen Stahlturm ersetzt, ebenfalls mit einer Hütte an der Turmspitze. Die bemannte Brandwache wurde 1967 niedergelegt. Heutzutage bietet der Brandturm den Wanderern die verdiente Aussicht über die Waldlandschaft der Skjellingen villmark. In der Hütte am Turmende liegt ein Gästebuch aus. Ein weiterer Turm in diesem Gebiet steht südlich des Sees Kvitingen auf dem 701 m hohen Signalhaugen. Von einer Besteigung dieses aus Holz gefertigten Turmes wird dringend abgeraten, da er schon baufällig ist.
Heute steht westlich des Turm eine Hütte mit utedo ( Plumpsklo ). Nach einer kurzen Rast an der Hütte mache ich mich - bewaffnet mit Kamera und Stativ - an die Besteigung des Turmes. Trotz der zu erwartenden schönen Aussicht verzichtet Mechtild mangels Schwindelfreiheit auf den Aufstieg. Diese ist auch nötig, da die Stufen nur aus zwei dünnen Stahlrohren bestehen, und man dauernd nach unten schauen muss, damit die Trittsicherheit gewährleistet ist. Das Stativ in der linken Hand, die Kamera umgehängt, hangele ich mich mit der rechten Hand von Stufe zu Stufe. Die Baumwipfel und die Turmhütte rücken immer näher. In mir steigt allmählich ein mulmiges Gefühl auf, da der Wind hier oben zunimmt. Diese Probleme lassen Mechtild ganz kalt. Nach 3 Zwischendecks erreiche ich endlich die nur durch ein offenes Geländer umrahmte Plattform mit der Hütte.
Ich trage mich in das Gästebuch der Hütte ein und entfalte mit mulmigem Gefühl draußen auf der schmalen Hüttenumrandung mein Stativ. Doch die Aussicht über die Baumgipfel lässt mich mein Schwindelgefühl vergessen ( siehe Photo ). Im Südosten fällt der Blick auf den kleinen See Spellhustjernet, dahinter liegt der größere See Kvitingen, an dessen Ufern man auch ein paar Hütten zur Jagd und zum Fischen mieten kann. Im Westen erhebt sich der felsige Steilhang des 674 m hohen Jørnskollen. Nach Nordosten reicht der Blick über den aus mehreren Seen bestehenden Hovdevatn bis zu diversen Bergrücken in den Kommunen Øyer und Ringebu. Im Südosten liegt der langgestreckte Langvatnet, an dessen Nordufer die Schotterpiste zum Skjellingshovde-Parkplatz entlangführt. Südlich des Langvatnet liegt der nur 320 m lange Øktmyrtjernet. Der östlich des Store Skjellingshovde gelegene Grevsjøen besteht aus dem Store Grevsjøen und dem südöstlich gelegenen Lille Grevsjøen, die nur nur durch einen 8 m breiten Wasserarm verbunden sind. Im Norden sind es nur knapp 500 m Luftlinie zum See Hovdevatna. Eigentlich besteht der Hovdevatna aus drei Seen, die durch Wasserläufe miteinander verbunden sind. Der westliche der 3 kleinen Seen liegt 7 m höher als die beiden anderen. Hinter dem See, die alle drei schon auf dem Gebiet der Nordre Land kommune liegen, erkenne ich das Tal des Flusses Dokka. Nach Südosten habe ich die meisten Seen im Blickfeld. Von links sind es der Langvatnet ( 665 müM ), der Øktmyrtjernet ( 648 müM ), der Spellhustjernet ( 687 müM ) und der Kvitingen ( 655 müM ).
Es ist schon ein tolles Gefühl, so über den Baumwipfeln zu thronen. Meine Hoffnung, dass sich auf den vom Turm sichtbaren Lichtungen mal ein Elch zeigt, bleibt leider unerfüllt. Im Nordosten liegt das Tal des Flusses Dokka noch im Sonnenlicht, während von Westen ein dichte Bewölkung heraufzieht. Nach einer halben Stunde Fotoshooting trete ich den Abstieg vom Turm an. Von einer der Plattformen nehme ich den nordwestlich gelegenen und 4 m höheren Nachbargipfel Vesle Skellingshovde auf, der durch die Schlucht Hovdeskardet vom Gipfelplateau des Store Skjellingshovde getrennt ist.
Ein wenig froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, beschließen wir, einem schmalen Pfad, der durch einen kleinen Wegweiser mit der die Aufschrift "utsikten" ( Aussicht ) gekennzeichnet ist, in nordwestlicher Richtung zu folgen. Der Pfad führt an verkrüppelten Fjellbirken vorbei, die in teils bizarren Formen aus dem Teppich aus Blaubeersträuchern herauswachsen. Nach etwa 240 Metern stehen wir urplötzlich am steilen und im oberen Teil felsigen Südwesthang des Store Skjellingshovde. Nur an dieser Seite fällt der Hang etwa 150 m tief ins Rosenbladdalen. Mit so einer tollen Aussicht hatten wir schon garnicht mehr gerechnet ( siehe Photo ). Vor uns liegt der 654 müM gelegene See Buvatnet mit der kleinen bewaldeten Insel Sikholmen. Das Gebiet hinter dem See gehört schon zur Sør-Aurdal kommune. Nur 515 m Luftlinie entfernt erstreckt sich unterhalb des Steilhanges der etwa 1 km lange Bergevatnet ( 661 müM ). Da dieser Platz endlich die Aussicht bringt, die wir uns eigentlich vom zweithöchsten Gipfel der Gemeinde erhofft haben, lassen wir die Landschaft erst einmal auf uns wirken. Auf dem Rückweck zum Gipfel streifen wir eine der vielen Lichtungen, die den Fichtenwald in der Skjellingen villmark auflockern.
Da die Uhr erst kurz vor 14:00 Uhr zeigt und wir eigentlich noch garnicht viel gewandert sind, beschließen wir auf dem Gipfel des Store Skjellingshovde, einem an dem utedo angebrachten Wegweiser mit der fast unleserlichen Beschriftung Færvatn? zu folgen. Da wir von dem umliegenden Gebiet keine Karte besitzen, wissen wir nicht in welche Richtung oder wohin der Pfad uns bringt.
Erst nach Norden und dann nach Nordwesten führt der Pfad leicht abwärts an absterbenden Fichten vorbeizu dem kleinen Hügel Fiskarhaugen, der uns den Blick in Richtung Norden über die weiten Wälder in der Nordre Land kommune ermöglicht. Von dort erhaschen wir auch einen kurzen Blick auf den aus 3 Seen bestehenden Hovdevatna. Ab dem 833,5 m hohen Fiskarhaugen schlängelt sich der Pfad - gesäumt von mit Flechten bewachsenen Fjellbirken - den Hügel hinunter. An sumpfigen Stellen schützen Holzstege die dortige Flora. Eine größere Lichtung gibt uns gegen Nordwesten den Blick auf den Vesle Skjellingshovde frei. Das Gelände wird leicht hügelig und der Waldpfad windet sich an großen, teils mit Blaubeeren bewachsenen Ameisenhaufen vorbei ( siehe Photo ), auf denen ein reges Treiben herrscht. Einige der Fichten am Wegesrand haben sich zu bizarren Formen verwachsen. Wir streifen an der Ostseite eine weitere große, mit Gras bewachsene Lichtung, die uns den Blick über die Skjellingen villmark sowie über mehrere Bergketten in der Region Valdres eröffnet ( siehe auch großes Photo unten ). Wir begraben allmählich die Hoffung, dass wir auf diesen Freiflächen einen Elch entdecken werden. Leider sind auch die Blaubeeren links und rechts des Pfades noch nicht reif. Nach einem weiteren Hügel kommt ein kleiner See in Sicht. Ist dies wohl unser Ziel, der Færvatn? Doch es kommen Zweifel auf. Kein Hinweisschild und keine Hütte, die darauf hinweisen könnten. Auch führt der Pfad am Westufer des Sees vorbei immer noch weiter in Richtung Nordwesten. Zu allem Übel gibt der graue Himmel die ersten Regentropfen frei. Wir folgen dem Pfad noch etwa 400 m. Dann verliert dieser rapide an Höhe und führt durch dunklen, hohen Fichtenwald in eine tiefe Senke. Es ist die Schlucht Hovdeskaret, die den Vesle Skjellingshovde vom Store Skjellingshovde trennt, was wir erst nach unserem Urlaub zuhause durch Kartenmaterial recherchieren. Ohne Karte ist uns aber vor Ort der Weitermarsch zu riskant und wir entschließen uns zum Rückmarsch. Etwa 90 m Höhenunterschied trennen uns vom Gipfel, den wir nach einer halben Stunde wieder erreichen. Der Regen hat aufgehört, die dunkle Bewölkung ist aber geblieben. Seit unserer Begegnung mit der norwegischen Familie kurz nach der Alm Skjellingen sæter haben wir keine Menschenseele mehr getroffen. Auch auf dem Weg zum Parkplatz, den wir um 16:20 Uhr erreichen, begegnet uns kein Mensch.
Epilog
Wir sind froh, als wir die Holperstrecke zwischen Parkplatz und bomveg hinter uns gebracht haben. Da es uns für die Rückfahrt zum Campingplatz noch zu früh ist, beschließen wir weiter in Richtung Sør-Aurdal zu fahren. Die Schotterstraße führt um den kleinen See Spellhustjernet herum und nach 3,2 km erreichen wir die paar Hütten von Buheim am Südende des Sees Buvatnet ( 654 müM ). Vom Ufer des Sees bietet der Store Skjellingshovde die Ansicht, die ihn auch als Berg charakterisiert. Wir blicken von hier auf den steilen Südwesthang, auf dessen Aussichtspunkt "utsikten" wir vor 3,5 Stunden gestanden haben. Der Regen wird stärker. Trotzdem wollen wir dem Mautweg noch weiter folgen. Nach 1.2 km kreuzen wir südlich des Sees Skjelbreida ( 636 müM ) die Grenze zur Sør-Aurdal kommune. Wir überqueren über den Skjellbrudammen den Fluss Skjellbreia, den Auslauf des Sees Skjellbreida und passieren kurz darauf den kleinen See Øvre Koketjernet ( 574 m ). Die Straße führt jetzt stetig zwischen Berghängen talwärts und es gibt immer mehr Nebenwege. Da der Regen immer stärker wird und aufsteigende Nebelschwaden die Sicht erschweren, beschließen wir an einer Wegeinmündung zu drehen und umzukehren. Wie nahe wir dem Begnadalen gekommen sind, wissen wir nicht genau. Gegen 19:00 Uhr erreichen wir wieder unsere Hütte auf dem Campingplatz Lyngstrand Camping.
zur Photogalerie: Store Skellingshovde-Tour I
zur Photogalerie: Store Skellingshovde-Tour II

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